A MODEL FOR A MONUMENT FOR MR. AND MS. HEINRICH DEICHMANN

  
Objekt: A MODEL FOR A MONUMENT FOR MR. AND MS. HEINRICH DEICHMANN
Standort: Weckmarkt/Saalgasse
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: De Cock, Jan
Material: Sichtbeton, blauer Muschelkalk, Baukeramik
Entstehung: 2017
Aufstellung: 2017
Diese Skulptur gehört zur Werkreihe „Everything For You (EFY)“, die der Belgische Künstler Jan De Cock seit einigen Jahren ausführt. Hierzu fertigt er geometrisch-abstrakte Module aus Baumaterialien. Die als Modelle von Denkmälern fungierenden Objekte werden in eine Stadt transportiert – sei es Herford, Hong Kong, Mexico City, Carrara, Kiew oder New York – und dort arrangiert. Oft werden vor Ort gefundene Materialien einbezogen oder, wie in Frankfurt, Farben – man erkennt das charakteristische Rot des Main-Sandsteins der Fassade des HMF, des Portikus oder des Doms.

Zweifellos sind De Cocks Skulpturen im besten Wortsinn zeitgenössisch: waghalsig komponierte, optische Querschläger, Barrikaden um die man nicht so einfach drum rum kommt.

Die Skulptur aus Sichtbeton, blauem Muschelkalk und Baukeramik biedert sich der öffentlichen Meinung nicht an. Sie lebt von einer widerständigen Ästhetik, sie feiert die Schönheit des Unvollendeten, die Bricollage und ganz besonders: die Freiheit der Kunst.

Hier am Fuße des Frankfurter Doms entfaltet die Skulptur ihr volles Potential. Sie widersetzt sich der künstlichen Perfektion der Neuen Altstadt. Sie verweist mit ihrer rohen Ästhetik, Materialität und in ihrer Farbigkeit auf Frankfurts jüngere und ältere Vergangenheit: auf die Trümmer der kriegsversehrten Altstadt oder die Architektur des Brutalismus im abgerissenen Historischen Museum und technischen Rathaus.

De Cock betrachtet seine Werke als eine „notwendige Korrektur der Marktökonomie“. Geschenke sind Teil seiner künstlerischen Strategie und Einflussnahme. Unter Geschenk versteht er: ein Objekt, das nicht auf die unmittelbare marktfähige Absetzung abzielt und es ablehnt, sich vor dem Publikum zu rechtfertigen.

Text: Dr. Jessica Beebone, 2017
Quelle: Schirn/Viktoria Draganova