Boehle, Fritz

* 07.02.1873 Emmendingen
+ 20.10.1916 Frankfurt am Main

Der Maler, Grafiker und Bildhauer Fritz oeöhle lebte seit 1880 mit seiner Familie in Frankfurt. Sein Vater arbeitete hier als Kaufmann. Schon während seines Besuches der Klingerschule begann er seine Ausbildung 1886-1892 am Städel bei Johann Heinrich Hasselhorst (1825-1904) und Johann Frank Kirchbach (1859-1912). Er gründete ein gemeinsames Atelier mit seinem Freund und Studienkollegen Wilhelm Altheim. Nach einer Studienreise nach München als Schüler von Wilhelm Diez (1839-1907) und Adolf von Hildebrand (1847-1921) und einer Reise nach Italien kehrte er 1897 nach Frankfurt zurück und bezog ein Atelier im Deutschordenshaus. Unter dem Einfluss der Neuromantiker entstanden im traditionellen Stil Gemälde und Radierungen über das Leben der Mainschiffer, Bauern und Handwerker, die ihm frühen Ruhm einbrachten. Boehle kam erst spät zur Bildhauerei. Nachdem Boehle die Kleine Goldmedaille für 12 Radierungen auf der großen Berliner Kunstausstellung erhalten hatte, folgte 1908 eine Ausstellung im Städel. Daraufhin erwarb die Stadt 20 Gemälde zum Preis von 80.000 Goldmark. Boehle kaufte sich davon ein Anwesen im I. Wartegässchen am Sachsenhäuser Berg und richtete dort 1910 sein Atelier ein. In Konrad Binding fand Boehle einen Mäzen. Nachdem er 1908 den Kalender für die Stadt Frankfurt und 1909 für die Druckerei Klimsch entworfen hatte, bekam er den Auftrag von der Binding-Brauerei, Radierungen für die Wandkalender von 1910-1916 zu schaffen. Sein Entwurf für das Reiterstandbild Karls des Großen wurde zum Label für das Binding-Starkbier "Carolus". Nach einem Plastilinmodell wurde eine Eisengußplastik angefertigt. Sie stand nach 1965 vor dem Verwaltungsgebäude der Binding-Brauerei in Sachsenhausen und steht seit 1976 auf dem erhöhten Sockel des "Carolus-Brunnen" Wendelsplatz. Weitere Arbeiten von Boehle im öffentlichen Raum sind die Skulptur "Schreitender Stier" (1910) Günthersburgpark und im Boehlehaus, auf privatem Gelände, die "Reliefplatte" (um 1910) und der "Boehlehaus-Brunnen" (um 1910) 1. Wartegässchen.