Synagoge Neuer Börneplatz

  
Objekt: Synagoge Neuer Börneplatz
Standort: Neuer Börneplatz
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: WH+L - A. Wandel, N. Hirsch, W. Lorch
Material: Naturstein geschichtet
Entstehung: 1996
Aufstellung: Eingeweiht am 16.06.1996 zum Gedenken an die von Nationalsozialisten vernichtete dritte jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main.
Die Gedenkstätte am Neuen Börneplatz erinnert an die von Nationalsozialisten vernichtete dritte jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main. Zur Umgestaltung des Neuen Börneplatzes wurde 1984 ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sieben namhafte Architekturbüros teilnahmen. Die Arbeitsgemeinschaft WH+L - Wandel, Hirsch und Lorch erhielt den Auftrag zur Gestaltung der Gedenkstätte. Über Jahrhunderte befand sich dort mit der Synagoge, dem jüdischen Hospital, der Judengasse und dem Judenmarkt das Zentrum des jüdischen Lebens in Frankfurt. In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesteckt und der jüdische Friedhof teilweise zerstört. Dieser älteste jüdische Friedhof Frankfurts grenzt unmittelbar an die heutige Gedenkstätte. An der Außenseite der Friedhofsmauer sind 11.000 kleinformatige Stahlblöcke in Erinnerung an die zwischen 1933 bis 1945 ermordeten und deportierten Frankfurter Juden eingelassen. Die einzelnen Blöcke sind in alphabetischer Reihenfolge angeordnet und versehen mit dem Namen, Geburts- und Todesdatum sowie Deportationsort. Auf dem Platz neben dem Friedhof befindet sich ein aus unterschiedlichen Steinen zusammengefügter 5 x 5 Meter großer Kubus. Die Steine stammen von Grundmauern ehemaliger Häuser der Judengasse.

Am südlichen Rand des Platzes erinnern fünf Straßenschilder an die wechselvolle Namensgebung des Ortes:
JUDENMARKT (16.JH.-1885)
BÖRNEPLATZ (1885-1935)
DOMINIKANERPLATZ (1935-1978)
BÖRNEPLATZ (1978-1987)
NEUER BÖRNEPLATZ (SEIT DEM 16.6.1996)

Text: Lars Hagenlocher, 2016