Kirchner-Denkmal

  
Objekt: Kirchner-Denkmal
Standort: Eschenheimer Anlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: Petry, Heinrich
Material: Bronze-Büste auf Sockel, schwarzer Marmor
Entstehung: 1879
Aufstellung: Anlässlich seines 100. Geburtstages, am 14. Juli 1879.
Am Scheffeleck in der Eschenheimer Anlage steht das in der Tradition des Klassizismus entworfene, "Kirchner-Denkmal". Auf einem Syenit-Sockel sitzt die von Heinrich Petry geschaffene Bronzebüste des Frankfurter Pfarrers, Psychologen, Historikers und Politikers Anton Kirchner. Den Sockel schmücken auf drei Seiten Relieftafeln, die auf Kirchners Tätigkeitsbereiche hinweisen. Sie zeigen rechts die Ekklesia mit Kreuz und Bibel vor dem Turm der Katharinenkirche, als Symbol des Predigers; links Klio - die Muse der Geschichtsschreibung - mit Buch und Stift vor dem Domturm; in der Mitte die Lehrmeisterin der Kinder, als Symbol des Pädagogen.

Anlass der Errichtung war der 100. Geburtstag von Dr. phil. Anton Kirchner, der als liberaler Geistlicher bekannt war und sich im Laufe seines Lebens in Frankfurt ebenso einen Namen als Publizist und als Stadthistoriker erworben hatte.

1801 bis 1811 war Kirchner Herausgeber des Bürgerblattes und 1803 bis 1804 Redakteur des Frankfurter Journals. 1804 geriet er in einen Konflikt mit dem diplomatischen Vertreter des Kaisers, dem Freiherrn Johann Philipp von Wessenberg. Kirchner hatte in einem Zeitungsartikel die am 8. Juni 1804 geborene Tochter Kaisers Franz II., Maria Anna von Habsburg-Lothringen als Mädchen bezeichnet und nicht als Prinzessin. Er musste seine publizistische Tätigkeit daraufhin einstellen. Zeitgenossen beeindruckte er sowohl mit seiner ungeheuren Leibesfülle als auch mit Intelligenz und Witz. Goethe bemerkte am 6. Juni 1824 zu Kanzler Müller: "Kirchners Kopf passt nicht zu seinem Rumpf und Leib. Schleppte er nicht an letzterem eine so große Last herum, so würde er noch viel mehr Teufelszeug machen, noch viel lebendiger sein. Er ist ein kluger Schelm, der klügste in Frankfurt. Dort herrscht der krasseste Geldstolz, die Köpfe sind dumpf, beschränkt, düster. Da taucht nun auf einmal so ein Lichtkopf wie Kirchner auf!" (1)

Das Denkmal trägt folgende Inschrift:
"ANTON KIRCHNER
GEB. DEN 14. JULI 1779
GEST. DEN 1. JAN. 1835
DEM GESCHICHTSSCHREIBER SEINER VATERSTADT ERRICHTET
VON SEINEN DANKBAREN MITBÜRGERN 14. JULI 1879."
"KIRCHNERDENKMAL FÜR DEN EV. PFARRER UND GESCHICHTSSCHREIBER ANTON KIRCHNER 1779-1835 MIT SPENDEN DER FRANKFURTER BÜRGER 1879 NACH DEM ENTWURF DES BILDHAUERS HEINRICH PETRY
ERRICHTET."
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(1) zit. nach: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Kirchner