Kuhhirtenturm-Hinweistafel

  
Objekt: Kuhhirtenturm-Hinweistafel
Standort: Große Rittergasse
Stadtteil: Sachsenhausen
Künstler: Krämer, Georg
Material: Stein
Entstehung: 1964
Aufstellung:
Links neben dem Eingang zum Kuhhirtenturm in der Großen Rittergasse 118 im Stadtteil Sachsenhausen hängt eine von dem Frankfurter Bildhauer Georg Krämer 1964 aus Stein gehauene Tafel. Sie macht auf die historische Bedeutung des Turmes aufmerksam. Im Mittelalter standen im Abstand von 50 Metern vier Wehrtürme entlang der Sachsenhäuser Befestigungsmauer. Sie wurden "Elefant" oder "Kuhhirtenturm", das "Weiße Ross", das "Rehkalb" und der "Pulverturm" genannt und sollten den wehrpflichtigen Frankfurtern, die nicht lesen und schreiben konnten, im Kriegsfalle ihren Standplatz bezeichnen. Der einzige noch erhalten gebliebene Turm ist der 1490 erbaute spätgotische "Kuhhirtenturm", der als Teil der Sachsenhäuser Ufermauer errichtet wurde. Den späteren Namen bekam der Turm, seitdem er als Behausung für den Sachsenhäuser Kuhhirten diente, der die Tiere täglich in den Stadtwald trieb. Die Stadt Frankfurt wollte den Turm 1884 abreißen, was engagierte Bürger verhindern konnten. Ebenso wie bei den Warttürmen hebt sich hier das letzte Geschoss architektonisch ab. Hinter dem Fachwerk liegt die Turmstube. Die Pforte des Turms führte früher direkt aus der Paradiesgasse an den Main und ist bis heute erhalten. Die Inschrift der Tafel lautet:
KUHHIRTENTURM
IM MITTELALTER
ELEFANT
GENANNT
EINER DER VIER TÜRME
DER STADTMAUER UM
SACHSENHAUSEN. 1490
ERBAUT. 1943 VON BOM-
BEN STARK BESCHÄDIGT.
1957 WIEDER AUFGEBAUT.
Auf der linken Seite der Tafel erhebt sich reliefartig ein Elefant. Eine weitere Gedenktafel von Georg Krämer links darunter erinnert an den Komponisten Paul Hindemith, der 1923 den Turm erwarb und ihn als Wohnstätte umbauen ließ. Inschrift:
IN DER ZEIT VON 1923 BIS 1927 LEBTE
UND WIRKTE IN DIESEM TURM
PAUL HINDEMITH
GEB. 16. NOVEMBER 1895 HANAU AM MAIN
GEST. 28. DEZEMBER 1963 IN FRANKFURT AM MAIN
HIER ENTSTANDEN SEINE KOMPOSITIONEN
CARDILLAC MARIENLEBEN