Grabstätte Matthäus Merian

  
Objekt: Grabstätte Matthäus Merian
Standort: Petersfriedhof
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: unbekannt
Material: Marmor
Entstehung: 18. Jahrhundert
Aufstellung:
An der Südseite der Begrenzungsmauer des Petersfriedhofes zur Stephanstraße steht der Grabstein von Matthäus Merian d.Ä. der in Basel am 21.11.1593 geboren wurde und am 19.6.1650 in Bad Schwalbach starb. Ende 1616 kam Merian nach Oppenheim und arbeitete dort als Illustrator von Reisebeschreibungen und anderen Werken, die in dem Frankfurter Verlag von Johann Theodor de Bry veröffentlicht wurden. Der Verlag war seit 1588 in Frankfurt und siedelte 1609 nach Oppenheim. 1617 heiratet Merian die Tochter de Brys und arbeitet weiterhin für seinen Schwiegervater. 1620 verließ Merian den Verlag und zog mit seiner Familie nach Basel wo er vorübergehend eine Werkstatt führte. Erst nach dem Tod von Johann Theodor de Bry, dessen Verlag zurück nach Frankfurt verlegt wurde, kehrte Merian zurück und führte mit seinem Schwager Wilhelm Fitzer den Verlag weiter. 1626 trennte er sich von Fitzer, und der Verlag bekam Merians Namen. Es entstehen die Arbeiten, die ihn berühmt werden ließen: 1628 entsteht der große Plan Frankfurts den er selbst gezeichnet und gestochen hat auf vier Platten aus der Vogelperspektive. Die dafür notwendigen Messwerte stammen von ihm selbst. Der Plan ist der Stadt gewidmet, für das an ihn verliehene Bürgerrecht. In den Jahren 1626 bis zu seinem Tod im Jahr 1650 verlegte Merian über 90 Titel zu den unterschiedlichsten Sachgebieten, die er zum großen Teil auch illustrierte und mit Titelblättern versah. Sein Hauptwerk erschien 1642-1654, die "Topographia Germaniae". Sie bestand aus zahlreichen Städte- und Landschaftsansichten aus Deutschland und der Schweiz. Die Merian-Pläne sind für Historiker von großem Wert. Sie sind für bestimmte Orte die frühesten Darstellungen, die gemacht wurden. Elf Bände erschienen bis zu Merians Tod, seine Söhne Caspar und Matthäus d. J. vollendeten fünf weitere. Im Historischen Museum Frankfurt befindet sich ein Exemplar des Erstdruckes des Frankfurter Plans von 1628 und die Kupferplatten. Weitere Zeugnisse seiner Arbeit befinden sich im graphischen Kabinett des Städels sowie in der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main.