Frankfurter Engel oder Mahnmal Homosexuellenverfolgung

  
Objekt: Frankfurter Engel oder Mahnmal Homosexuellenverfolgung
Standort: Klaus-Mann-Platz
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: Trockel, Rosemarie
Material: Eisenguss
Entstehung: 1994
Aufstellung: 11.12.1994
Das Zarte und das Brutale sind häufig Themen in den Werken der Künstlerin Rosemarie Trockel. So auch hier: Der androgyne Engel ist durch die auffällige Bruchstelle zwischen Hals und Kopf und dem beschädigten Flügel bewusst entstellt. So soll die Skulptur aus Bronze ein Mahnmal für die im Dritten Reich verfolgten und ermordeten Homosexuellen setzen.
Ein ruhiger Platz, gestaltet mit Buchsbaumhecken und Bänken, umgibt die Skulptur. Sowohl der Platz als auch die Skulptur wurden im Jahr 1994 von der Künstlerin geschaffen. Der Platz trägt seitdem den Namen des Schriftstellers Thomas Mann. Bewusst gewählt ist die Lage des Platzes. Er befindet sich im Zentrum der homosexuellen Szene und nahe des Frankfurter Gerichts. Es ist ein Verweis auf die Rolle der Justiz, in der Verteidigung der Rechte der Homosexuellen.

Literaturempfehlung: "Der Frankfurter Engel - Ein Lesebuch" von Jean-Christophe Ammann und Dieter Bartetzko [u.a.] (Eichborn Verlag, Frankfurt am Main, 1997
ISBN 3-8218-1445-4)

(Text: Eva Burger, 2015)