Erstes Deutsches Parlament-Gedenktafel

  
Objekt: Erstes Deutsches Parlament-Gedenktafel
Standort: Paulskirche
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: Krüger, Franz
Material: Bronze
Entstehung: 1898
Aufstellung: Wurden zum 50. Jahrestag der Eröffnung des ersten deutschen Parlaments auf Veranlassung der Stadt Frankfurt angebracht.
Rechts und links vom Haupteingang der Paulskirche sind seit 1898 zwei Bronzetafeln des Bildhauers Franz Krüger angebracht. Die Kirche wurde 1789 als evangelisch-lutherische Hauptkirche angefangen und mit Unterbrechungen 40 Jahre später von dem Baumeister Johann Friedrich Christian Hess zu Ende gebaut. Es handelt sich um einen elliptischen Zentralbau aus rotem Sandstein. Hier wurde am 28.März 1849 von der Ersten Deutschen Nationalversammlung die Reichsverfassung entworfen und über künftige Grundrechte der Bürger beraten. Die "Grundrechte des Deutschen Volkes" wurden allerdings erst 1919 durch die Weimarer Verfassung und das Grundgesetz von 1849 in Frankfurt am Main formuliert. Die Nationalversammlung, das erste freigewählte deutsche Parlament, arbeitete 1848/49 in der Pauskirche. In den Jahren 1852-1944 wurden hier Gottesdienste abgehalten. Fast völlig zerstört wurde die Kirche im Zweiten Weltkrieg. Während der Amtszeit des Oberbürgermeisters Walter Kolb wurde die Paulskirche im Jahr 1948 von dem Architekten Rudolf Schwarz in veränderter Form wieder aufgebaut. Jedoch fanden hier keine Gottesdienste mehr statt. In den Jahren 1986-1988 bekam die Paulskirche den Charakter, den sie heute hat. Mit dem Wandbild von Johannes Grützke in der Wandelhall, vielen anderen Kunstwerken und historischen Ausstellungen ist die Kirche zu einem Ort der Kunst geworden. Die Inschriften auf den Bronzetafeln lauten:
HIER TAGTE DAS DEUTSCHE VORPARLAMENT VOM 31. MÄRZ BIS ZUM 3. APRIL 1848 UND DIE DEUTSCHE NATIONALVERSAMMLUNG VOM 18. MAI 1848 BIS ZUM 30. MAI 1849
ZUM FÜNFZIGSTEN JAHRESTAGE DER ERÖFFNUNG DES ERSTEN DEUTSCHEN PARLAMENTS WURDEN DIESE GEDENKTAFELN VON DER STADT FRANKFURT A/M GESTIFTET AM 18. MAI 1898 GEGOSSEN A.G. SCHAFFER & WALCKERBERLIN