Entenbrunnen

  
Objekt: Entenbrunnen
Standort: Richard-Weidlich-Platz
Stadtteil: Sindlingen
Künstler: Gaul, August
Material: Bronze
Entstehung: 1929
Aufstellung:

Der "Entenbrunnen" (1921) des Tierplastikers August Gaul (geboren 1869 in Hanau gestorben 1921 in Berlin) steht auf dem Richard-Weidlich-Platz in Sindlingen. Der Brunnen wurde von Dr. Richard Weidlich (1878-1960) gestiftet, der von 1905 bis 1922 Direktor der Farbwerke Hoechst und langjähriger Stadtrat war. Die Tierfiguren erwarb Weidlich für 7.000 Reichsmark aus dem Nachlass des 1921 in Berlin verstorbenen Tierplastikers August Gaul.

Die vier Bronzeenten, deren Abbild der Natur entnommen ist, stehen in einem schlichten Bassin auf einem Betonbalken. Gauls anspruchsvoll handwerklich ausgeführten Skulpturen gingen intensive Naturstudien voraus. Die Tiere sind in ruhiger, typischer Haltung dargestellt, frei von jeder idealistischen Überhöhung, Sentimentalität und Pathos. Der Aufbau ist klar und streng; die plastischen Qualitäten werden betont.
Bereits 1911 schuf Gaul im Auftrag des Kunsthändlers Paul Cassirer einen Entenbrunnen für die Kreuzung Knesebeckstraße / Hardenbergerstraße in Berlin-Charlottenburg. Die Entenskulpturen beider Brunnen gehen in ihrer plastischen Gestaltung auf dieselben Entwürfe zurück.
Gaul gilt als Deutschlands einziger Tierplastiker, es sind nur vier Menschendarstellungen von ihm bekannt. Gaul gilt als ein Wegbereiter moderner Formgebung in der deutschen Skulptur des 20. Jahrhunderts. Unter anderem schuf er Tiere wie Löwen, Bären, Widder und Wisenten, Seelöwen und Fischotter.

Seit 1969 wird die August-Gaul-Plakette an Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Kunstbereich verliehen. Sie wurde anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers geschaffen. Die Verleihung der Auszeichnung übernahm bis 1980 die Stadt Großauheim danach die Stadt Hanau.

siehe "Pinguine" (1914) und "Eselreiter" (1912)