Brickegickel

  
Objekt: Brickegickel
Standort: Alte Brücke
Stadtteil: Sachsenhausen
Künstler: Hüller, Edwin
Material: Roter Sandstein, Eisen
Entstehung: 1748 / 1967 / 1994
Aufstellung: Eingeweiht am 9. September 1994 durch Stadtrat Protzmann.

Die Geschichte vom Brickegickel ist wirklich kurios. Fünf Mal musste er seit seiner Aufstellung im Jahr 1401 erneuert werden. Entweder riß ihn der Sturm vom Sockel oder er fiel Kriegen zum Opfer. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Alte Brücke beispielsweise gesprengt, um den Vormarsch der US-Armee aufzuhalten. Das Kruzifix konnte zwar aus dem Fluss geborgen werden, war jedoch stark beschädigt. Der Bildhauer Edwin Hüller fertigte 1967 die vierte Version des Hahns an und 1994 auch die fünfte – denn nun war der Brickegickel gestohlen worden. Zwischen 2013 und 2018 wird Hüllers Anfertigung saniert, danach wird sie wieder an ihrer ursprünglichen Stelle errichtet. Dort kennzeichnet der Brickegickel die tiefste Stelle des Mains, an der früher Gesetzlose ertränkt wurden, und mahnt Mainschiffer zur Wachsamkeit.

Auch die Sage, die hinter der Figur steht, ist erwähnenswert: Es heißt, der Teufel hätte dem Baumeister der Alten Brücke beim Bau geholfen und als Lohn das erste Lebewesen verlangt, das die Brücke überquert. Kurzerhand trieb der Baumeister am Tag der Eröffnung also einen Hahn vor sich her. Wütend warf der Teufel daraufhin das Tier durch das Geländer der Brücke und verschwand. Ein Loch an der entsprechenden Stelle schien die Tat zu bezeugen. Inzwischen ist sie jedoch zugemauert.

 

Text: Hanna Neumann / Janine Hagemeister, 2017